Der Blues „over here“

Verrückt, wie diese Zeit hier drüben vergeht.
Heute ist der 17. September und wir sind schon seit 18 Tagen hier und es fühlt sich teilweise noch immer danach an, als ob wir erst gestern hier angekommen sind.
Die Aufnahmen sind alle im Kasten und auch wenn es an dieser Stelle schon einige Male erwähnt wurde, wir sind alle sehr, sehr zufrieden mit dem, was wir geschaffen haben!
Alle involvierten Parteien sind glücklich und der nächste Arbeitsschritt für uns kann beginnen!

Seit gestern sind wir aus Chicago draußen und verbringen die nächsten drei Tage zusammen mit Mike Tholen, der u.a. für die Netflix-Serie „Sense8“ arbeitet, in seinem Haus, um die Mixes voranzubringen. Hier ist es tatsächlich das komplette Gegenteil von dem, was wir die letzten Tage hatten.
Ruhe, Idylle, viel Natur, viel Platz!
Die Tage davor haben wir uns tatsächlich auch touristisch Vergnügt, indem wir Downtown gefahren sind und u.a. das Institut of Arts, eines der größten Kunstmuseen der Welt, besucht haben oder im Millenium Park unsere Zeit verbracht haben.
Das Problem im Allgemeinen hier ist nur, dass es viel zu viele Eindrücke, Informationen und Neues gibt, sodass man sehr schnell den Überblick verliert und fast schon erschlagen wird von dem, was man hier sehen und erleben kann.
Und neben der ganzen Anstrengung im Studio war Jay sogar bereit, uns zu Lakland zu bringen, die ihren Hauptsitz in Chicago besitzen und einer der bekanntesten Bass- und Gitarrenbauer der USA sind.
Dort bekamen Jesse und Klaus eine persönliche Führung vom Chef und nach über einer Stunde Herumführen, Vorstellen und Anschauen ging Klaus nicht mit leeren Händen nach Hause, sondern bekam als Künstler einen Deal für einen neuen Bass, bei dem er nicht nein sagen wollte.
Willkommen Lakland in der 61 Inch- Familie😉
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One Love!
Peace//Love//Hope//Family

Half way through

Irgendwie wars nicht so das Gelbe vom Ei mit dem Posten die letzten beiden Tage…
Nach „Alaska“ und „Abysses“ ist jetzt auch „Thorns“ fertig und „Drown“ wird gerade zu Ende gesungen!
Wir sind super-gut in der Zeit und durften uns die Tage das Lob abholen, dass wir die vielleicht am besten vorbereitete Band der letzten Jahre in Jay’s Garage wären. Das von einem Menschen zu hören, der das seit gefühlt 100 Jahren macht und mit sehr vielen Bands gearbeitet hat, war eine Art von Ritterschlag für uns.
Ob das für unsere Qualität spricht oder böse Zungen behaupten würden, dass alle anderen Bands eben nicht so „well-prepared“ waren wie wir, ist Ansichtssache, aber die Energie, die gute Laune und das bisher sehr gute Ergebnis lässt wirklich auf einen sehr guten und intensiven Arbeitsrhytmus schließen und wir haben fast noch mehr Bock auf die Arbeit hier als vor der Reise. Zudem klingen die Lieder einfach in sich schlüssig und alle, wirklich alle beteiligten arbeiten in der für sie bestmöglichen Art und Weise an den Songs.
Dieses Gefühl, wenn der Chorus von „Thorns“ reinballert und man genau den Sound generiert, den man bekommen will, den Sound auf der Stimme und den Screams hat, den man live genauso wie auf Platte reproduzieren will, dann merkt man, dass man mit den richtigen Menschen zusammenarbeitet.
Es läuft also!
Und während die Zeit wie im Flug zu vergehen scheint, hat auch unser Wonneproppen Jesse am heutigen Tag Geburtstag.
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Gestern abend haben wir ganz gemütlich bis kurz vor 12 in einem Pub eine „Bandsitzung“ abgehalten und auch mit den Leuten aus der Bar gute Gespräche geführt.
Als besondere Überraschung und ohne das Jesse irgendwas wusste, besucht uns ab heute ein ganz besonderer Gast aus Deutschland, den ihr bestimmt aus dem „Shake, Shiver, Moan“ Video noch kennt: Tamina😉
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Und als Höhepunkt gab es dann auch noch Cupcakes von Swirlz Cupcakes, die ohne zu übertreiben die leckersten Cupcakes auf dieser gesamten Erde sein müssen…
Wir sind so gut in der Zeit, dass wir uns sogar die Freiheit nehmen können, am Mixing-Prozess aktiv teilzuhaben und gemeinsam mit Mike Tholen an den letzten Feinheiten zu feilen die letzten Tage hier in Chicago.
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One Love!
Peace//Love//Hope//Family

Abysses

unbenannt-6728„Abysses“, zu deutsch: Abgründe, Hölle, Schlot.
Etwas, in das man hineinblickt und dieses beklemmende Gefühl bekommt, was wäre, wenn man den Schritt geht und sich fallen lässt, nur um zu wissen, wie es sich anfühlt im freien Fall Richtung“nichts“ zu fallen.
Der zweite Song, den wir gestern fertig gemacht haben, handelt genau von diesem Abgrund und Fall.
Man steht vor einer Klippe und hört die Engelchen auf der einen und die Teufelchen auf der anderen Seite diskutieren:“Los, lauf, spring und schau, was passiert! Hier gibt es nichts mehr für dich, was dich hält“ „Nein, sei nicht bescheuert! Dreh dich um und schau, wie viele gute und schöne Sachen hinter dir sind, diesen Fall überlebst du nicht“.
Ein Konflikt, der in der Metapher des Abgrundes und des Springens jeder von uns kennt.
Dieser Song ist der neueste Song, den wir bisher noch nie live oder „offiziell“ gespielt haben. Nur sehr wenige haben diesen Song bisher gehört, weshalb wir sehr gespannt sind, wie er euch gefallen wird.
So viel sei schonmal versprochen: Er beinhaltet alle Elemente von 61 Inch, von denen wir denken, dass sie uns als Band, Musiker und Menschen ausmachen.
Der Song lief tatsächlich so gut, dass wir anstelle der angedachten drei Tage pro Song nur zwei gebraucht hatten und wir somit einen weiteren, wertvollen Tag gewonnen haben!
Nachdem „Alaska“ mit der ein oder anderen Anfangsschwierigkeit verbunden war, ist es umso erfreulicher und angenehmer, wenn der zweite und zugleich neueste Song so gut lief wie er gelaufen ist! Hoffentlich bleibt diese sich magisch anfühlende Energie im Studio die restlichen Tage erhalten, es passt nämlich sehr gut rein!
Heute ist zudem Halbzeit unserer Reise.
Am 30.8. sind wir angekommen, am 19.9. fliegen wir wieder und heute ist der 9.9.😉
Nachdem „Abysses“ also so gut gelaufen ist, konnten wir uns abends ruhigen Gewissens Pizza, Hähnchen und das Eröffnungsspiel der diesjährigen NFL- Saison gönnen.
Was ist das für 1 Gönnung die sich die Boiz da doen?
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Heute geht es mit „Thorns“ weiter, einem Song, den der ein oder andere von euch live gehört/gesehen hat.
Dazu morgen dann mehr

One Love

Peace//Love//Hope//Family

Der erste Song ist im Kasten

unbenannt-6745.jpg„Alaska“ ist der älteste Song, den wir hier aufnehmen.
Dieser Song ist zudem einer der Songs, die wir übers letzte Jahr verteilt mit am häufigsten gespielt und geprobt haben, weil er für uns als Band das widerspiegelt, was uns ausmacht:
Melodie, brachiale Gewalt, drei verschiedene Gesangsstimmen, die Charaktere von uns allen in einem Song vereint mit einem Text, der Raum für Interpretationen und verschiedenen Sichtweisen zulässt.
Im Studio allgemein besteht die Gefahr, dass man sich verkünstelt und vielleicht Sachen mit reinbringt, die man normalerweise nicht machen würde.
Unzählige Gitarren, Effekte, einfach das Ganze überproduzieren und unnötig besonders und „Groß“machen ist etwas, was wir nicht machen wollen.
Wir versuchen daher, so nahe am live-Sound wie nur möglich zu bleiben, um den Charakter dieser Band nicht zu zerstören oder etwas zu machen, mit dem wir uns nicht identifizieren könnten.
Das Schöne an den Menschen, mit denen wir arbeiten, ist, dass sie genau die selbe Auffassung von Musik und Musik kreieren haben wie wir und unsere Vorstellungen mit ihrer Arbeitsweise und ihrer Energie vollkommen übereinstimmt.
Es gibt nichts besseres als das Gefühl zu haben, genau an der richtigen Stelle mit den richtigen Menschen am richtigen Projekt zu arbeiten!

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Jay’s Garage

unbenannt-6714„And so it begins“.
Vieles, was wir in den letzten Tagen gepostet oder geschrieben hatten, trugen diese vier fast magisch-wirkenden Worte.
Schlussendlich ist das ja auch genau so, es beginnt etwas, auf das wir uns so unfassbar lange schon gefreut und vorbereitet haben.
„Endlich!!“ möchte man fast sagen, sind wir hier und können genau so loslegen, wie wir das wollen…
Nach den erfolgreichen Tagen im Electrical Audio geht es für die nächsten 2 1/2 Wochen in Jay’s Garage weiter, ein kleines, aber sehr feines Homestudio, das mit zahlreichen nationalen wie internationalen Musikern schon gearbeitet hat. Jay, der sich dieses Studio im Hinterhof seines Hauses hat einrichten lassen, ist mit seiner Art und Weise, genauso wie Teddy, unfassbar entspannt und freundlich, aber sehr deutlich in seinen Ansagen und der Austausch mit beiden ist ein hilfreicher Input für unsere Musik und den Prozess, in dem wir uns grad befinden!
In Absprache mit Jay und Teddy einigten wir uns also auf eine Arbeitsweise, die für alle Seiten am sinnvollsten und besten erschien.
Der Tag sieht dementsprechend aus, dass wir uns um 11 alle Treffen und kurz durchsprechen, was geplant ist für den entsprechenden Tag.
Im Anschluss daran werden die einzelnen Arbeitsschritte vorbereitet, Mittagessen und Getränke geholt (das Wasser hier aus dem Supermarkt verursacht mehr Durst, als dass er welchen löscht…) und losgelegt, bis das, was man sich vorgenommen hat, auch im Kasten/auf Band ist.
Die Arbeitsatmosphäre ist tatsächlich sehr entspannt und sehr familiär und das, was wir bisher zu hören bekommen haben von dem, was wir fabriziert hatten, kann sich auch sehr hören lassen😉
Gestern Abend waren wir dann zu einem typischen amerikanischen BBQ eingeladen bei Freunden von Teddy. Zum Glück erleben und sehen wir Chicago nicht durch die Augen eines Touristen sondern Abseits von dem, was man als „Touri“ machen würde.
Jeden, den wir bisher kennengelernt haben, hat uns mit offenen Armen, offenen Ohren und offenem Herzen empfangen und wir können jetzt schon festhalten, dass wir viele neue Freunde dazugewinnen konnten!

Der „freie“ Tag

Den zweiten Tag im Electrical Audio werden wir alle in besonderer Erinnerung behalten.
Nicht nur, weil es auch unser letzter war (ja, bei zwei Tagen ist die Zeitspanne zwischen erstem und letzten Tag recht kurz), sondern auch, weil wir alles geiler und schneller reingespielt haben, als wir uns das gedacht hatten!
Alle Drums sind eingespielt, der Bass steht zu größten Teilen auch schon und es klingt jetzt schon unfassbar mächtig!
Die Zeit vergeht zudem um einiges schneller als gedacht, weil wir in sehr konzentrierter Arbeit mit Topleuten und Topgear ein geiles Gesamtbild vorgefunden haben, bei dem man extrem gut arbeiten konnte!
Electrical Audio war für uns als Band die Bestätigung, dass wir auch in einem der Topstudios Amerikas sehr gute Arbeit abliefern können! Oder vielleicht genau deswegen, weil wir in diesem Studio waren, lässt sich das Ergebnis jetzt schon sehen!
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Gestern hatten wir unseren wie es aussieht letzten freien Tag in den nächsten 15 Tagen und wir nutzten ihn gemeinsam mit Teddy, unserem Soundengineer, zum Shoppen und Essen gehen.
In den USA ist irgendwie alles größer und übertriebener, angefangen von den riesigen Autos, den überdimensionierten Getränkebechern oder den riesigen Shoppingmals, die es hier überall gibt.
Am Abend waren wir dann Teil eines unfassbar guten Konzerts, in dem Jay O’Rourke mit Freunden und das Nicolas Tremulis Orchestra im FitzGeralds spielten.


Zu sagen, es wäre ein gutes Konzert ist tatsächlich untertrieben…
Jeder einzelne Musiker jeder Band ist ein absoluter Profi an seinem Instrument und im Zusammenspiel miteinander kamen dann wunderschöne Momente voller Energie, Leidenschaft und Weltklasse heraus.
Beide Bands, Altersschnitt 50 aufwärts, sind Urgesteine der Chicagoer Musikszene und zeigten uns an diesem Abend, wieso Chicago als eine der geilsten Musikstädte der USA gilt.
Im Anschluss des Konzerts tauschten wir uns mit den Jungs aus und es war richtig geil, mit absoluten Profis über die Entstehung,Wahrnehmung und Verarbeitung von Musik und Kunst im Allgemeinen uns zu unterhalten. Dabei zu sehen, das wir doch alle, unabhängig von Alter, Einfluss oder Herkunft, über das Gleiche reden!
Klaus wurde für kommende Woche zu Lakland, einem der bekanntesten Bassherstellern der USA eingeladen, die in Chicago beheimatet sind und Phrosh tauschte Nummern mit Ed Breckenfeld aus, dem ehemaligen Drummer der Band „The Insiders“.
Über Jesse brauchen wir ja natürlich nicht viel zu sagen, er versteht sich immer mit allen mehr als gut und so viele Einladungen zum Essen gehen, Kaffee trinken oder einfach nur gemeinsam abhängen haben wir seit langem nicht mehr bekommen.

Heute (zur Erinnerung, wir sind 7 Stunden hinter euch in Deutschland) ist der erste Studiotag bei Jay und es geht los mit Gitarre und Gesang.

Es geht voran, es geht voran!
One Love

Peace//Love//Hope//Family

P.s.: Die Chabos grüßen aus dem Electrical Audio Haftbehfehl😉
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Electrical Audio

Die ersten beiden Tage waren vor allem Tage, an denen wir ankommen mussten.
7 Stunden Zeitverschiebung, 9 Stunden Flug bedeuten vor allem eine krasse Umstellung im Bezug auf Essens- und Schlafenszeiten und man kann sich so sehr anstrengen wie man will, es haut einen trotz allem irgendwie um.
Aber nachdem auch diese Barriere überwunden wurde, konnte es am dritten Tag unserer Reise endlich ins Studio gehen, auch wenn das leicht flaue Gefühl im Magen nicht 100% weg war.
Tags zuvor sind wir gemeinsam mit unserem Produzenten Jay und unserem Techniker Teddy die Songs durchgegangen, um zu sehen, wo Probleme bzw. Stolpersteine auftreten könnten.
Der dritte Tag bedeutete nämlich,ins Electrical Audio zu gehen, um den Fokus auf Drums und Bass zu legen und beides aufzunehmen.14159706_1357294634299264_653297938_n
Dieses Studio wird geleitet von keinem geringeren als Steve Albini, der u.a. mit Rage against the Machine, Nirvana oder den Pixies zusammengearbeitet hat.
Im selben Studio, dem Studio A, nahmen die Foo Fighters vor circa zwei Jahren teilweise ihre letzte Platte „Sonic Highways“ auf und Jon, der Assistent mit dem wir zusammen im Studio arbeiten, assistierte damals bei den Foo Fighters.
Dieses Gefühl, auf der gleichen Couch zu sitzen, mit dem gleichen Gear zu arbeiten und im selben Raum zu sitzen wie vor nicht all zu langer Zeit Dave Grohl und seine Mannen saßen, ist ein Gefühl, dass man schwer in Worte fassen kann.
What the f*ck is going on?!

Das EA gilt als eines der besten Studios im Bezug auf Drumsound und Recording in ganz Amerika, was vor allem an der einzigartigen Verarbeitung der Innenwände liegt.
Und genau in diesem Studio nehmen wir die ersten beiden Tage auf!14169629_1357295400965854_110107771_n.jpg
Der erste Tag war sehr erfolgreich, nicht nur wir, sondern auch der Rest der Crew ist sehr zufrieden mit der Intensität, dem Sound und der Umsetzung der Songs, was uns sehr positiv für die kommenden Tage stimmt!

Nach einem 9-Stunden-Arbeitstag im Studio ging es dann noch leicht gejetlaged wieder ins Hotel und der zweite Tag im Electrical Audio kann nicht schnell genug kommen.
One Love

Peace//Love//Hope//Family

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